Fachkompetenz Körperarbeit Interkulturell

Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Körper begünstigt die Förderung des kreativen Potenzials eines Menschen. Noch stärker, wenn der verbale Sprachaustausch eingeschränkt ist, kann über die Kunst Kommunikation gelingen. Nach und nach werden eigene Stärken wieder entdeckt, Phantasie und Kreativität werden, nach oft zermürbend „düsterer“ Zeit beflügelt. So entwickelt sich Kraft und Mut, die eigene schwierige Lebenssituation zu bewältigen und sich ihr positiv entgegen zu stellen. Dies ist von zentraler Bedeutung für einen gesellschaftlichen Integrationsprozess. Bewegung und kreatives Denken macht banges Warten erträglicher!

Damit dies auch an Orten mit Namen wie Aufnahmeeinrichtung, Flüchtlingsunterkunft, Erstaufnahmeeinrichtung, Notunterkunft gelingen kann, ist engagierte Hilfe von Außen nötig. Für diese Hilfe braucht es nicht nur Engagement, Mut und Einfühlungsvermögen, sondern auch fachliches Wissen. Die Fachkompetenz „Körperarbeit mit Geflüchteten und Migranten“ ist ein Weiterbildungsangebot, welches sich an Menschen richtet, die mit Geflüchteten und/oder Migranten über den Körper künstlerisch arbeiten möchten. Z.B. Sozialpädagogen, Pädagogen für politische (Jugend-) Bildung, Kunstpädagogen (Theater, Musik, Tanz), Tänzer, Lehrer - jeglicher Herkunft

Es wird das Prinzip der Wechselwirkung von Praxis und Theorie verfolgt. Das bedeutet einerseits die Entwicklung der Theorie aus der praktischen Erfahrung und andererseits bilden die theoretischen Erkenntnisse die Grundlage für die Arbeit in der Praxis - Reflektieren und Kommunizieren, Ausprobieren, Experimentieren und die praktische Anwendung sind also der methodische Weg.

Ganz pragmatisch bieten wir folgendes Programm, welches in seiner Gesamtheit eine gute Basis für diese herausfordernde Arbeit bietet.

Ablauf

Diese Fachkompetenz teilt sich in 3 Phasen, welche der Idee von SENECA INTENSIV folgt:
erleben - reflektieren - weiterführen - lehren
 
Phase 1 ARBEITSIDEEN und DISKURS
Auf diesem Arbeitsfeld sehr erfahrene und international anerkannte Dozenten werden in getrennten Seminaren ihr Wissen, ihre Philosophie/Arbeitsansatz, -methodik, -material sowie Erfahrungen und spezifische Problemlösungen am praktischen Beispiel fassbar machen und an die Teilnehmer weiter geben - dies nennen wir ARBEITSIDEE.
 
ARBEITSIDEE Anja Weber, in Kombination mit medizinischen und psychologischen Aspekten (Erstaufnahmeeinrichtung Bornitzstrasse)
ARBEITSIDEE Be van Vark, in Kombination mit projekt-organisatorischen Aspekten (Flüchtlingsunterkunft Marienfelderallee)
ARBEITSIDEE Jo Parkes (Projekt: JUNCTION, DIESJENSEITS DER PANKE)
ARBEITSIDEE Barbara Caveng (KUNSTASYL, Wohnheim für Asylsuchende Berlin-Spandau)
ARBEITSIDEE Stefan Witzel (Staatsballett Berlin, Notunterkunft Messehalle 26)
ARBEITSIDEE Florian Bilbao (Erstaufnahmestelle Prinzessinnenstrasse und Pankstrasse)
 
Weiterhin begeben sich die Teilnehmer in dieser Phase in einen praktisch-theoretischen DISKURS. Seminare werden sein:
Didaktische Grundgedanken und eigene Lehrsituation, Tina Weiler (SENECA INTENSIV)
Führungslehre, Torsten Herbst (Polizeipräsidium Land Brandenburg)
Religiöse Hintergründe, Gonca Monypenny (Gesicht zeigen! Für ein offenes Deutschland e.V.)
Wegweiser Förderung/ Beantragung, Inga Groß (SENECA INTENSIV)
Parallel dazu werden die Teilnehmer eigene KONZEPTIONEN für die Ausführung eines künstlerischen Projekts mit Flüchtlingen erstellen.
 
Phase 2 Praxis
Diese Phase dient der Auseinandersetzung und Weiterentwicklung der eigenen Konzeption sowie der praktischen UMsetzung und Dokumentation der künstlerisch/pädagogischen Projekte 
 
Phase 3 PRAXIS
Die gesamte Fachkompetenz wird ein gemeinsames Wochenende abschließen, an dem die Teilnehmer die gemachten Erfahrungen in der Gruppe auswerten und ihre praktische Arbeit vorstellen. Teit für Reflexion, Disskusion und Vorausdenken...

Zeitlicher Aufwand

- Seminartermine

- Praxisphase 

- Abschuß-Wochenende

Termine

(jeweils 10 - 17 Uhr)

25.+ 28.08. 2018

15.+ 16.09. 2018

29.+ 30.09. 2018

10. - 14.10. 2018

10.+ 11.11. 2018

01.+ 02.12. 2018

12. + 13.01.2019

26. + 27.01. 2019

Sowie die praktische Arbeit (individuell) und ein abschließendes Wochenende (Mitte 2019)

Dozenten

Anja Weber unterrichtet seit 1990 zeitgenössische Tanzformen und –pädagogik., Neben ihrer Arbeit mit Flüchtlingen in der Erstaufnahmeeinrichtung Bornitzstraße in Berlin, arbeitet sie mit integrativer Körperarbeit und Tanztherapie. Seit 2005 ist Anja ärztlich und seit 2008 psychotherapeutisch im Fachbereich Psychosomatische Medizin und Psychotherapie tätig. 

Be van Vark arbeitet mit ihrer Company Dance Monkeys mit den Flüchtlingskindern und -jugendlichen zusammen und organisiert dort ein Kultur-/Tanz-/Austauschfestival. Weiterhin ist sie als Gastchoreografin und Tanzpädagogin tätig. Die gesamte Bandbreite ihrer choreografischen Arbeit ist charakterisiert durch die Leidenschaft, unterschiedliche Menschen und Stile zusammenzubringen. 1994-2002 „Kompanie van Vark“, 2001- 2006 Leitung der Bühnentanzabteilung der Etage Berlin, seit 1996 Leiterin und Kuratorin des Tanzbereichs des internationalen JugendKunstKulturZentrums „Schlesische 27“ in Berlin-Kreuzberg, seit 2002 Arbeit mit dem von ihr entwickelten Konzept „ tanztheater-global“, das auf internationaler Ebene Laien mit professionellen Performern zusammenführt.

Jo Parkes (angefragt) freie Choreografin, Tanz-Pädagogin und Trainerin. Sie arbeitet seit zehn Jahren mit Gruppen von professionellen und nicht-professionellen Darstellern. Ihre Projekte erforschen mithilfe von Tanz und Narration relevante Themen innerhalb der jeweiligen Gruppe. Ihre Arbeit ist in der Kombination von Bewegung, Bildern, Sound und Film/Video multidisziplinär. Ihre choreografischen Arbeiten für Bühne und Leinwand wurden in Europa, Asien, Afrika, Kanada und den USA gezeigt. Sie hat Tanzprojekte in Schulen in Großbritannien, USA und Deutschland realisiert, wo sie oft mit Jugendlichen aus Brennpunkt-Kiezen ohne vorherige Erfahrung mit zeitgenössischem Tanz zusammenarbeitet. Gegenwärtig entwickelt und betreut sie die Fortbildungsprogramme für den Pool von Choreografen, die in TanzZeit-Projekten arbeiten. Dabei geht es um Austausch, Feedback und das Angebot von individuellem Fach-Coaching. Parkes gewann im Jahr 2002 den Bonnie Bird New Choreography Award (GB), 1995 erhielt sie ein Fulbright Stipendium, um ihren Master-Abschluss in Choreografie an der University of California, Los Angeles (UCLA) zu machen. Künstlerische Leitung des Projekts „Tausch“ ,seit 2014, AWO Refugium Pankestrasse,

Barbara Caveng, deutsch-schweizerische Künstlerin, Initiatorin und Organisatorin des Kunstprojekt „ Kunstasyl“ / Spandauer Wohnheim für Asylsuchende
Studium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst, Graz, seit 1991 als freischaffende bildende Künstlerin ihre Installationen wurden u.a. im Museum für moderne Kunst in Stockholm, dem Künstlerhaus Oslo, im Haus der Kunst München, der Kunsthalle Bergen, Norwegen, im art museum akurery, Island und in der Kunsthalle Mannheim gezeigt. 2003 mit dem Förderpreis des H. W. & J. Hector Kunstpreises der Kunsthalle Mannheim ausgezeichnet, für ihre Arbeit U MENJA EST METSCHTA - ICH HABE EINEN TRAUM erhielt sie 2002 den Kunstpreis der Stadt Limburg, Finalmeals wurde 2001 mit dem 1. Heidelberger Kunstpreis der Rainer-Wild-Stiftung ausgezeichnet, sie war 2001 kulturaustausch-stipendiatin des Senats Berlin in Moskau und 2002 artist in residence der bemis foundation, Omaha. 2007 wurde ihr ein Stipendium des Künstlerdorfes Schöppingen zu erkannt.
 
Stefan Witzel, Ausbildung zum Pantomime, Studium der Musikwissenschaften in Berlin, pädagogisches Weiterbildungsprogramm bei SENECA INTENSIV, seit 2014 hauptberuflicher Tanzpädagoge im Education-Programm „Tanz ist KLASSE!“ des Staatsballetts Berlin und ist in diesem Zusammenhang in der Notunterkunft Messehalle 26 tätig.

Florian Bilbao,Tänzer und Tanzpädagoge, 2012 Leitung der Movimentos Akademie in Wolfsburg (40 Kindern und Jugendliche), ebenfalls in diesem Jahr Mit-Gründer der  Tanzkompanie A+B TANZBAU, er war verantwortlich für die Weiterführung des Projekts „city maquette“(mit 70 Darsteller zwischen 8 und 90 Jahren) von Mathilde Monnier in Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern, im Team von Heiner Goebbels, hat er „When the mountains changed ist clothes“ (mit 40 Mädchen) für die Ruhrtriennale choreographiert, seit letzter Spielzeit in dem Stück "Never Forever"/ Falk Richter und total brutal in der Schaubühne zu sehen, er ist Co-Leiter der TanzZeit Jugendcompay und arbeitet seit mehreren Jahren an verschiedenen Berliner Schulen und Flüchtlingsunterkünften (Erstaufnahmestelle in der Prinzessinnenstrasse und Pankstrasse). 

Torsten Herbst, Polizeioberrat, Diplomverwaltungswirt (FH), MA Public Administration und Police Management, Dozent für Führungslehre an der Fachhochschule der Polizei, Modulkoordinator des Bachelorstudienganges Police Service, Dezernatsleiter, Führungskraft seit mehr als 13 Jahren, leitet(e) Teams von 10 bis 1.200 Menschen, Erfahrungen im In- und Ausland (Vereinte Nationen), Leiter Büro „Beratung und Strategie“ Polizeipräsidium Land Brandenburg

Tina Weiler, Studium der Tanzpädagogik/Hochschule für Musik und Theater Leipzig, Palucca Schule Dresden-Hochschule für Tanz, Studium der Choreographie/Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin, seit 1998 freie Pädagogin (Frühpädagogik, Jugendarbeit, Hochschulbereich, Arbeit mit Hör- und Sprachgeschädigten, Dozentin in der Aus- und Weiterbildung darstellender Künstler und Fachkräften aus der Jugend-, Bildungs- und Kulturarbeit), Autorin (Bereich Frühpädagogik, Verlag an der Ruhr), Team SENECA INTENSIV

Ort

Dock11 Studios Berlin, verschiedene Flüchtlingsunterkünfte

Kosten

Komplettpreis:  1.296,00 € (incl. Steuern, Ratenzahlung ist möglich)

Anmeldung

Für weitere Informationen zu den Seminaren treten Sie bitte mit uns in Kontakt. Wir beraten Sie gern.

> zur Anmeldung