Fachkompetenz Körperarbeit Interkulturell

Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Körper begünstigt die Förderung des kreativen Potenzials eines Menschen. Besonders wenn der verbale Sprachaustausch eingeschränkt ist, kann über Bewegung und Kunst Kommunikation gelingen. Eine beflügelte Fantasie kann helfen, das Selbstvertrauen zu stärken und sich neuen, vielleicht ungewohnten Lebenssituationen positiv entgegen zu stellen. Informelle Lern- und Kommunikationsprozesse sind besonders bei jungen Menschen, die geflüchtet sind oder einen Migrationshintergrund haben, von zentraler Bedeutung für einen gesellschaftlichen Integrationsprozess. 

Eine solche Bildung kann nicht z.B. vom schulischen Kontext allein geleistet werden. Damit künstlerische Arbeit (Jugend-)Arbeit auch an Orten mit Namen wie Geflüchtetenunterkunft, Erstaufnahmeeinrichtung, Notunterkunft gelingen kann, ist engagierte Unterstützung von außen nötig. Für diese braucht es nicht nur Eifer, Mut und Einfühlungsvermögen, sondern auch fachliches Wissen und Praxis. Die Fachkompetenz „Körperarbeit Interkulturell“ ist ein berufliche Qualifizierung für Menschen, die mit Geflüchteten und/oder MigrantInnen über den Körper künstlerisch arbeiten möchten – z.B. SozialpädagogInnen, PädagogInnen für politische (Jugend-) Bildung, KunstpädagogInnen (Theater, Musik, Tanz), TänzerInnen, LehrerInnen sowie Professionelle der Darstellenden Künste – jeglicher Herkunft.

Das Format verfolgt ein Prinzip der Wechselwirkung von Praxis und Theorie. Einerseits entwickelt sich die Theorie aus der praktischen Erfahrung und andererseits bilden die theoretischen Erkenntnisse die Grundlage für die Arbeit in der Praxis - Reflektieren und Kommunizieren, Ausprobieren, Experimentieren und die praktische Anwendung fügen sich zu einem diversen methodischen Weg zusammen.

Mit qualifizierten und erfahrenen DozentInnen aus vielfältigen Bereichen bietet diese berufliche Qualifizierung eine gute Basis für eine herausfordernde Arbeit.

Ablauf

Die Fachkompetenz Körperarbeit Interkulturell gliedert sich in 3 Phasen, welche dem Ansatz von SENECA INTENSIV folgen:
erleben - reflektieren - weiterführen - lehren
Phase 1 ARBEITSIDEEN und DISKURS
Auf diesem Arbeitsfeld sehr erfahrene und international anerkannte DozentInnen werden in getrennten Seminaren ihr Wissen, ihre Philosophie, ihren Arbeitsansatz, ihre Methodik, ihr Material sowie Erfahrungen und spezifische Problemlösungen am praktischen Beispiel greifbar machen und an die Teilnehmenden weitergeben - dies nennen wir ARBEITSIDEE.
(1) Anja Weber
(2) Be van Vark
(3) Jo Parkes 
(4) Barbara Caveng 
(5) Stefan Witzel 
(6) Florian Bilbao 
Weiterhin begeben sich die Teilnehmenden in dieser Phase in einen praktisch-theoretischen DISKURS:
(1) Tina Weiler 
(2) Torsten Herbst
(3) Gonca Monypenny
(4) Inga Groß
Parallel dazu werden die Teilnehmenden eigene KONZEPTIONEN für die Ausführung eines künstlerisch/pädagogischen Projekts erstellen.
Phase 2 PRAXIS
Die zweiten Phase dient in Zusammenarbeit mit verschiedenen Einrichtungen und Organisationen der Auseinandersetzung und Weiterentwicklung der eigenen Konzeption sowie der praktischen Umsetzung und Dokumentation der künstlerisch/pädagogischen Projekte.
Phase 3 AUSWERTUNG
In der dritten und letzten Phase werden die Erfahrungen über ein Wochenende mit der gesamten Gruppe gemeinsam ausgewertet und reflektiert, die jeweiligen Projekte vorgestellt und mögliche zukünftige Anknüpfungspunkte entworfen.

Zeitlicher Ablauf

- Seminartermine

- Praxisphase (je nach Projektidee variabel)

- Abschluss-Wochenende

Termine

4.+5.5.2019, jeweils 10-17 Uhr

18.+19.5.2019, jeweils 10 - 17 Uhr

8.+9.6.2019, jeweils 10 - 17 Uhr

17.+18.8.2019, jeweils 10 - 17 Uhr

31.+1.9.2019, jeweils 10 - 17 Uhr

7.+8.9.2019, jeweils 10 - 17 Uhr

25.+26.+27.+28.9.2019, jeweils 10 - 17 Uhr

26.+27.10.2019, jeweils 10 - 17 Uhr

16.+17.11.2019, jeweils 10 - 17 Uhr

11.+12.1.2020, jeweils 10 - 17 Uhr

DozentInnen

Anja Weber unterrichtet seit 1990 zeitgenössische Tanzformen und –pädagogik. Neben ihrer Arbeit mit Geflüchteten in der Erstaufnahmeeinrichtung Bornitzstraße in Berlin, arbeitet sie mit integrativer Körperarbeit und Tanztherapie. Seit 2005 ist Anja ärztlich und seit 2008 psychotherapeutisch im Fachbereich Psychosomatische Medizin und Psychotherapie tätig.

Be van Vark arbeitet mit ihrer Company Dance Monkeysmit geflüchteten Kindern und Jugendlichen zusammen. Seit 1996 Leiterin und Kuratorin des Tanzbereichs des internationalen JugendKunstKulturZentrumsSchlesische 27in Berlin-Kreuzberg, seit 2002 Arbeit mit dem von ihr entwickelten Konzept tanztheater-global. Am 2. Oktober 2018 wird Be van Vark für ihre Arbeit vor allem mit Tänzer ohne Grenzen das Verdienstkreuz am Bande vom Bundespräsidenten Frank- Walter Steinmeier überreicht.

Jo Parkes ist freie multidisziplinäre Choreografin, Tanz-Pädagogin und Trainerin. Parkes Arbeiten für Bühne und Leinwand wurden in Europa, Asien, Afrika, Kanada und den USA gezeigt. Sie realisierte Tanzprojekte in Schulen in Großbritannien, USA und Deutschland, oftmals mit Jugendlichen aus Brennpunkt-Kiezen ohne vorherige Erfahrung mit zeitgenössischem Tanz. Seit 2014 Künstlerische Leiterin des Projekts Tausch, AWO Refugium Pankstraße.

Barbara Caveng ist Initiatorin und Organisatorin des Kunstprojekt Kunstasyl/ Spandauer Wohnheim für Asylsuchende. Seit 1991 als freischaffende bildende Künstlerin tätig. Ihre Installationen wurden international ausgestellt. Sie ist u.a. Trägerin des Förderpreises des H. W. & J. Hector Kunstpreises der Kunsthalle Mannheim (2003), des Kunstpreis der Stadt Limburg (2002), des 1. Heidelberger Kunstpreises der Rainer-Wild-Stiftung (2001), Stipendiatin des Künstlerdorfes Schöppingen (2007).

Stefan Witzel ist ausgebildeter Pantomime, studierte Musikwissenschaften in Berlin und absolvierte das pädagogische Weiterbildungsprogramm bei SENECA INTENSIV. Seit 2014 arbeitet er als hauptberuflicher Tanzpädagoge im Education-Programm Tanz ist KLASSE!des Staatsballetts Berlin und ist in diesem Zusammenhang in der Notunterkunft Messehalle 26 tätig.

Florian Bilbao ist Tänzer und Tanzpädagoge. 2012 Leitung der Movimientos Akademie in Wolfsburg, Mit-Gründer der Tanzkompanie A+B TANZBAU, Choreographie von When the mountain changed its clothing(mit 40 Mädchen) für die Ruhrtriennale im Team von Heiner Goebbels, Co-Leiter der TanzZeit Jugendcompany. Er arbeitet seit mehreren Jahren an verschiedenen Berliner Schulen und Geflüchtetenunterkünften.

Torsten Herbst ist Polizeioberrat und Diplomverwaltungswirt (FH). MA Public Administration und Police Management, Dozent für Führungslehre an der Fachhochschule der Polizei, Modulkoordinator des Bachelorstudienganges Police Service, Dezernatsleiter, Führungskraft seit mehr als 13 Jahren. Er leitet(e) Teams von 10 bis 1.200 Menschen, besitzt Erfahrung im In- und Ausland (Vereinte Nationen) und leitet das Büro „Beratung und Strategie“ des Polizeipräsidiums Land Brandenburg.

Tina Weiler studierte Tanzpädagogik an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig, der Palucca Schule Dresden-Hochschule für Tanz, Studium der Choreographie und der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin. Seit 1998 ist sie als freie Pädagogin (Frühpädagogik, Jugendarbeit, Hochschulbereich, Arbeit mit Hör- und Sprachgeschädigten, Dozentin in der Aus- und Weiterbildung darstellender Künstler und Fachkräften aus der Jugend-, Bildungs- und Kulturarbeit) tätig, zudem Autorin (Bereich Frühpädagogik, Verlag an der Ruhr) und Mitgründerin von SENECA INTENSIV.

Kosten

Komplettpreis: 1.296,00 € (Ratenzahlung ist möglich) ACHTUNG: Wir sind dabei für diese Fachkompetenz eine Förderung zu beantragen. Wenn dies gelingt, dann wird sich der Komplettpreis um einige hundert Euro verringern. Drückt die Daumen.

Anmeldung

 

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